Gesundes neues Jahr!

Januar 2012

Sie gehören zu Silvester wie Böller und Bleigießen: Die guten Vorsätze für das neue Jahr. Auch wenn sich so manches Vorhaben schon in Rauch auflöst, bevor die letzte Rakete gezündet ist, so nehmen sich doch die meisten Deutschen zum Jahreswechsel vor, etwas in ihrem Leben zu ändern. Dabei steht derzeit vor allem das körperliche Wohlbefinden im Fokus. Die Deutschen haben vor, 2012 mehr auf sich und ihre Gesundheit zu achten und sich selbst etwas Gutes zu tun. Berufliche Erfolge sind zwar ebenfalls wichtig, stehen jedoch nicht an erster Stelle.

Das alte Jahr ist vorbei, das neue liegt wie ein unbeschriebenes Blatt Papier noch vor uns. Eine gute Gelegenheit, Bilanz zu ziehen und zu prüfen, an welchen Stellschrauben man 2012 drehen möchte. Das finden zumindest etwa 70 Prozent der über zweitausend deutschen Bürger, die die GfK Marktforschung im Auftrag des GfK Vereins im Dezember 2011 zu ihren Plänen und Vorsätzen für das neue Jahr befragt hat. Die Frage wurde offen gestellt, so dass die Befragten all jene Aspekte nennen konnten, die ihnen spontan in den Sinn kamen – ohne Vorgaben und unabhängig davon, welchen Lebensbereich ihre Pläne betreffen. Den meisten ging bei dieser Frage genau ein Vorhaben durch den Kopf, nur 2 Prozent hatten sich diesbezüglich noch keine Gedanken gemacht und 27 Prozent lassen 2012 explizit ohne konkrete To Dos ganz einfach auf sich zukommen.

An der Spitze der Neujahrspläne steht die eigene Gesundheit. 40 Prozent der Deutschen möchten hier nachbessern und künftig so leben, dass Krankheiten überwunden werden können oder gar nicht erst auftreten. Ganz konkret heißt das für rund 12 Prozent, dass sie sich zum Jahreswechsel selbst den Startschuss für ein neues Fitnessprogramm geben: Sie wollen öfter Sport treiben oder sich allgemein mehr bewegen, am liebsten in der frischen Luft.

Reisen statt Rauchen

Um mehr frische Luft geht es auch den 8 Prozent der Deutschen, die die Finger künftig vom Glimmstängel lassen wollen. Und nachdem die Weihnachtsfeiertage mit all den Plätzchen, Festtagsbraten und anderen Kalorienbomben vorbei sind, darf das Thema Abnehmen natürlich auch nicht im Vorsätze-Ranking fehlen. Insgesamt 10 Prozent der Verbraucher wollen mit neuem Körpergefühl durch das Jahr 2012 gehen – indem sie Gewicht verlieren (6 Prozent) und / oder sich einfach gesünder ernähren (4 Prozent). Doch die Deutschen machen sich nicht nur Gedanken über Figur und Fitness, sondern widmeten sich in der Silvesternacht auch dem Thema Beruf und Karriere. Eine gute Ausbildung, einen passenden Arbeitsplatz sowie schulischen und beruflichen Erfolg nennen jeweils 8 Prozent als Ziele für das neue Jahr.

Noch häufiger als um das berufliche Engagement drehen sich die Pläne allerdings um verschiedene Aspekte des Privatlebens. Beziehungen sollen nach Meinung von 13 Prozent künftig mehr Aufmerksamkeit bekommen: 10 Prozent wollen 2012 mehr Zeit mit ihren Lieben oder mit Freunden verbringen. 2 Prozent haben vor, eine Familie zu gründen. Und 1 Prozent will sich um mehr Harmonie in der Familie bemühen. Einfach weniger Stress und Arbeit, dafür aber mehr Zeit für sich und Gelassenheit streben 12 Prozent an. Weitere 8 Prozent möchten sich das kommende Jahr mit schönen Urlauben versüßen – manch einer davon plant sogar eine Weltreise.
Passend dazu wird ans Sparen spontan eher selten gedacht. Nur 4 Prozent haben schon heute vor, sich finanziell einzuschränken. Dagegen planen 6 Prozent schon jetzt eine größere Anschaffung wie neue Möbel oder ein schickes Auto.

Alt und Jung: Entschleunigung versus Karriere

Männer und Frauen, so sagt man, sind in vielerlei Hinsicht unterschiedlich. Doch in der Wahl der eigenen Vorsätze sind sich die Geschlechter erstaunlich einig: Frauen denken lediglich etwas häufiger als Männer an die Gesundheit und wollen das neue Jahr gelassener angehen. Männer beschäftigen sich dagegen etwas öfter mit dem Thema Beruf und hoffen darauf, ihren Arbeitsplatz zu halten oder einen neuen Job zu finden.

Deutlichere Unterschiede dagegen zeigen sich mit Blick auf das Alter der Befragten: So steigt mit der Zahl der Lebensjahre auch das Bedürfnis, mehr für die Gesundheit zu tun. Während nur etwa 9 Prozent der Befragten unter 35 Jahre das Gefühl haben, hier die Weichen neu stellen zu müssen, sind es bei den über 50-Jährigen schon 22 Prozent. In der Altersgruppe über 65 Jahre haben sogar 40 Prozent vor, sich 2012 mehr ihrem Wohlergehen zu widmen. Auch der Wunsch nach weniger Stress und Arbeit steigt mit zunehmendem Alter. So hoffen 17 Prozent der über 50-Jährigen – die entsprechend viele Berufsjahre hinter sich haben – auf geruhsamere Zeiten. Die unter 35-Jährigen haben andere Prioritäten: Ein guter Abschluss und beruflicher Erfolg stehen in dieser Altersgruppe im Vordergrund. Bei den 14- bis 24-Jährigen klettert der Wunsch nach einem guten Job und einer erfolgreichen Karriere mit 34 Prozent sogar auf Platz eins im Ranking.

Ostdeutsche Verbraucher: Arbeitsplatz liegt auf Rang 2

Die altersbezogenen Unterschiede spiegeln sich teilweise auch bei der Betrachtung des Ost-West-Vergleichs wieder. So steht das Thema Gesundheit im Osten Deutschlands, wo der Anteil der Älteren deutlich höher ist, stärker im Fokus. 27 Prozent sagen hier, dass sie im neuen Jahr mehr für ihr Wohlergehen tun wollen; im Westen unterschreiben das nur 19 Prozent.
Die unterschiedliche wirtschaftliche Situation ist dagegen sicher der Grund dafür, dass Ost und West verschiedene Prioritäten in punkto Arbeitsplatz haben. Die Frage nach der beruflichen Zukunft beschäftigt die Menschen zwischen Rügen und Plauen deutlich stärker als Verbraucher, die im Westen der Republik leben. So haben 14 Prozent der Ostdeutschen das Ziel, im Jahr 2012 ihren Job zu halten oder eine neue Arbeit beziehungsweise einen Ausbildungsplatz zu finden. Sie setzen das Thema damit auf Rang zwei. Anders im Westen: Hier beschäftigen sich nicht einmal halb so viele Menschen mit der Frage nach dem Arbeitsplatz. Stattdessen steht der Wunsch nach mehr Bewegung und Sport sowie nach einem ausgeglichenen Leben an zweiter Stelle auf der Liste.

Mehr Zeit, weniger Stress, mehr Sport – eines ist allen Vorsätzen gemein: Sie sind schnell gefasst, meist ernst gemeint und dennoch schwer umzusetzen. In den Regalen der Buchläden stapelt sich die Ratgeberliteratur zu verschiedenen Durchhalte-Strategien, Zeitungen und Magazine widmen sich alle Jahre wieder dem Thema „innerer Schweinehund“ und inzwischen kann man sich sogar online regelmäßig an seine Vorsätze erinnern lassen. Wenn all dies nicht hilft, so tröstet vielleicht der Satz, den der deutsche Politologe Lothar Schmidt gesagt haben soll: „Gute Vorsätze sind sehr beliebt. Sie lassen sich immer wieder verwenden.“


Datenquelle: GfK Verein

Rückfragen bitte an Claudia Gaspar, Tel. +49 911 395-2624, E-Mail: claudia.gaspar@gfk-verein.org.

Januar 2012