Prof. Dr. Norbert Walter

Prof. Dr. Norbert Walter
Deutsche Bank Research
Frankfurt/Main

WELCHE BRANCHEN WERDEN VOM KLIMAWANDEL PROFITIEREN?

Meine sehr verehrten Damen, meine sehr verehrten Herren,

nun zum Schluss der Versuch, darüber zu reden, welche Branche profitiert und warum. Ich habe den ganzen Morgen intensiv zugehört und viele Ansatzpunkte dessen, was ich Ihnen vortragen werde, sind bereits wunderbar vorbereitet. Da gab es eine Menge von Informationen, die sich wie ein Netz immer dichter zu einem eindrucksvollen Bild zusammenziehen.

Klimawandel hat zwei Dimensionen. Die eine, an die wir zuerst denken, ist die natürliche Entwicklung: Es wird heißer, wir haben stärkere Windgeschwindigkeiten, die Niederschläge werden anders, unregelmäßiger. Die zweite Dimension jedoch ist für uns in der nächsten Zeit und für die Chancen und Risiken der Branchen vermutlich von direkterer Bedeutung. Denn sie behandelt die Frage, wie die verschiedenen politischen Akteure auf die Herausforderung des drohenden Klimawandels durch Regulierung reagieren werden. Dies wird ganz wichtig dafür sein, was in den nächsten Jahren bei den Branchen ankommt.

Abbildung 5.1

Abbildung 5.1

In Abb. 5.1 ist die Abweichung von der globalen Durchschnittstemperatur vom Mittelwert zwischen 1960 und 1990 dargestellt. Sie sehen, davor war es kälter und danach ist es deutlich wärmer. Dieser Befund ist natürlich noch nicht der endgültige wissenschaftliche Beleg, dass die Summe von menschlichen Aktivitäten auf den Klimawandel entscheidend Einfluss nimmt, aber es ist offenkundig, dass die überwältigende Mehrheit der Wissenschaftler davon überzeugt ist, dass wir Menschen signifikant Einfluss auf das Klima nehmen. Da gibt es besonders qualifizierte Naturwissenschaftler, die sagen, „nein, es ist der Methanausstoß der Rinder, der viel wesentlicher ist als das, was die Autos hinten rauspusten“. Nun, offensichtlich hat auch diese Umweltbelastung etwas mit menschlichen Aktivitäten zu tun, nämlich mit unseren Essgewohnheiten.

Es ist also wahrscheinlich, dass es einen Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur geben dürfte, dass die Niederschlagsmuster sich verändern und dass es extreme lokale Wetterereignisse gibt, wie etwa Hurrikan „Katrina“/New Orleans oder immer wieder verheerende Waldbrände. Dies hat negative Folgen, dramatische Implikationen für Gebäude, die Infrastruktur, es hat aber natürlich nicht nur kurzzeitige, sondern durchaus enorm langfristige Effekte, auch bei der Ernte. Die Weingebiete wandern nördlich des Äquators nach Norden und südlich des Äquators nach Süden, es gibt Wüstenbildungen, d.h. bestimmte Bereiche der Welt, die wir vorher sehr geschätzt haben, werden nicht mehr sehr attraktiv sein – und das Schlimmste, wir haben natürlich auch Todesopfer und Todesopfer in dicht besiedelten Gebieten, wenn wir etwa Tsunami-Wellen haben.

Was auch immer wir jetzt tun in Bezug auf Klimawandel, auch wenn die Amerikaner mitmachen, eines ist klar: Es gibt so starke Verzögerungsprozesse der Wirkung der Emissionen, die wir schon hinter uns haben, dass über die Frage Klimawandel in den nächsten 2 Jahrzehnten nicht mehr debattiert werden kann – er tritt ein. Was wir vermeiden können, ist die Dämpfung, die Einhegung dieses Prozesses und die Umkehr in mehr als einer Generation.

Ich bin Herrn Buhrow sehr dankbar, dass er uns über Amerika so vieles so unverblümt gesagt hat, das war schön und gut, sehr wichtig für unsere Erkenntnisprozesse. Eine Botschaft war, „Achtung, da ist etwas passiert, das jeden vernünftigen Menschen zur Änderung des Verhaltens bewegt“. Grafik 5.2 bildet dies ab:

Abbildung 5.2

Abbildung 5.2

Es sind die Preise für ganz wichtige Energie-Inputs. Die Frage ist natürlich, ist das etwas, was zufällig ist und was sich auch wieder korrigiert? Die Antwort ist: Die Wahrscheinlichkeit dafür ist nicht groß, denn dieser Anstieg der Preise ist vor allem nachfragegetrieben durch Länder, die den Zipfel der Entwicklung erfasst haben und diesen nicht mehr loslassen werden. Gleichzeitig hat die Welt geschlafen, die Investoren der Welt haben geschlafen, man hat zu wenig, viel zu wenig in traditionelle Energie investiert, und viel zu wenig in alternative Energie investiert, und man hat nur in bestimmten Teilen der Welt über Energieeffizienz intensiv nachgedacht und in anderen überhaupt nicht. Insbesondere das energieeffiziente Haus ist etwas, was gerade mal akademisch betreut wird, aber nicht ernsthaft implementiert wird. Dort liegen Potenziale, die enorm groß sind. Warum haben die Investoren in traditionellen Energiefeldern nicht investiert? Weil ihre so genannten Experten ihnen gesagt haben, der Preisanstieg bei Öl sei vorübergehend. Weil sie glaubten, das sei nur vorübergehend, haben sie die Investitionen unterlassen, und zusätzlich gibt es natürlich auch noch unglücklicherweise den Umstand, dass der liebe Gott die wichtigsten Öl- und Gasfelder dorthin gepackt hat, wo wirtschaftliche und politische Unsicherheit maximal sind. Dies bedeutet, dass die Welt eine größere Schwierigkeit hat, das Notwendige zügig erfolgreich zu tun. Die Zeiten dauerhaft niedriger Energiepreise sind indes vorbei. Das heißt nicht, dass nächstes Jahr der Ölpreis nicht unter 145$ je Fass liegt. Nächstes Jahr haben wir eine Konjunkturschwäche und einige der Effizienzmaßnahmen, die wir ergriffen haben, werden wirken. Wir werden also auch wieder einmal vielleicht 100$ je Fass sehen, aber die meisten von uns werden 200$ je Fass noch erleben.

Zur regulatorisch-marktwirtschaftlichen Dimension:

Es gibt wegen des Klimawandels politischen Handlungsbedarf. Immer mehr Länder sehen das und handeln entsprechend. Allerdings, die Antworten sind extrem unterschiedlich. Sie gehen von der deutschen Neigung, das Ganze mit Geboten und Verboten und mit Appellen zu regeln, über die kluge Nutzung von Preissignalen bis hin zu der neuen Idee der Emissionszertifikate, die man an einer Börse kaufen muss.

Es gibt unterschiedliche Politikschwerpunkte in den USA, in Europa und in den Schwellenländern. Die Schwellenländer tun sich schwer, jetzt schon in vollem Umfang in diese Debatte einbezogen zu werden. Sie wollen jetzt erst einmal reicher werden und sich entwickeln. In den USA – ganz eindeutig – will man die Herausforderung durch Innovation, durch Modernisierung lösen, nicht durch Gürtel enger schnallen. In Europa sind diejenigen, die sich des Themas angenommen haben, vom Typ Eremiten. Das ist aber nicht so klug, weil wir auch in Europa meistens Menschen haben, die ihren Nutzen steigern und sich nicht einschränken wollen. Die Verzichtsprediger sind liebenswürdige Menschen mit einer guten Gesinnung, die ihnen sicherlich auch vor dem ewigen Richter zu ganz guten Noten verhilft. Aber sie sind keine guten Architekten von Gesellschaftsmodellen, die funktionieren. Bei denjenigen, die im Diesseits Verantwortung haben, sollte deshalb die Gesinnung, zwar auch – wenn’s geht – gut sein, noch mehr aber sollten sie das tun, was zu guten Ergebnissen führt. Wichtiger als Gesinnungsethik ist Verantwortungsethik!

Einige generelle Trends zeichnen sich aus dem, was ich gesagt habe, an regulatorischen Entwicklungen ab. Wir werden in der nächsten Zeit durch staatliche Maßnahmen den Verbrauch fossiler Energien tendenziell weiter verteuern. Wir werden wahrscheinlich Subventionen und andere Hilfen haben, damit kohlenstoffarme Energieträger stärker eingesetzt werden. In einigen Ländern wird Atomkraft gefördert, in anderen Gas, wieder in anderen sind es ganz zügig alternative Energien. Die Energieeffizienz wird ein weiteres Feld für Initiativen sein. Das Allerwichtigste ist aber für die Wirtschaft und für die Verbraucher, zu verstehen, dass Klimapolitik kein Strohfeuer ist! Wer denkt, das ist wieder so ein Modethema, das ebenso verschwindet wie es kam, der irrt!

Welche Branchen gewinnen, welche verlieren

Ich kann Ihnen heute nicht quantitative Ergebnisse abliefern, es wird eine qualitative Beschreibung sein. Es wird auch etwas sein, was wir Ökonomen „Ceterisparibus-Aussagen“ nennen. Ich kann Ihnen nicht alle komplexen Interaktionen, die in der nächsten Zeit ablaufen, vermitteln. Ich weiß z.B. in Energieforschung nicht so gut Bescheid, dass ich mich sicher fühlte, die denkbaren Pfade, die die Dinge in der nächsten Zeit nehmen werden, alle umfänglich beschreiben zu können und auch noch einen Zeitindex zu diesen Aussagen geben zu können.

Aber lassen Sie mich versuchen, einige Gedanken zu äußern, beispielsweise zur Brennstoffzelle: Dass wir zuerst mit Wasserstoffautos herumfahren, in denen eine Brennstoffzelle ist, scheint unwahrscheinlich, es spricht viel mehr dafür, dass, wenn wir Brennstoffzellen einsetzen, die im Keller stehen und dort mit Energieträgern Elektrizität herstellen, gleichzeitig die Abwärme verwendet wird, um im Haus Wärme zu nutzen und dass wir erst später das Gewichtsproblem bei der Brennstoffzelle gelöst haben, und deshalb ohne Erhöhung des Autogewichts auch einen solchen Antrieb im Auto haben können. Wir werden also wahrscheinlich den Wasserstoffantrieb, die Wasserstoffnutzung zuerst an anderen Stellen haben, bevor wir sie im Auto haben.

Meine Aussagen werden deshalb eher qualitative Beschreibungen sein, und ich konzentriere mich mit meinen Aussagen für die Brancheneffekte auf Europa und damit die Regionen nördlich des Äquators. Wenn Sie an südlich des Äquators denken, immer bitte mal –1 multiplizieren und der Prognosehorizont ist ungefähr eine gute halbe Generation bis 2030. Aber selbst mit diesen Einschränkungen können nach meiner Einschätzung schon eine ganze Menge relativ deutlicher Trends von Gewinner- und Verliererbranchen dargestellt werden.

Die erneuerbaren Energien sind global auf der Gewinnerseite

Wir haben heute schon über Wind- und über Solarenergie gesprochen. Ich bin Herrn Gutberlet sehr dankbar, dass er sehr dezidiert gesagt hat, „Achtung, Achtung, denkt bitte nicht nur darüber nach, was schick ist und was auf mittlere Frist eine gute Lösung darstellt, denkt bitte auch daran, wenn ihr jetzt etwas tut, wie hoch die Kosten für eine CO2-Vermeidung sind“. Ich möchte den Deutschen nicht ausreden, dass sie bitte die Forschung und Entwicklung im Bereich Photovoltaik weiterhin mit großem Schwung vorantreiben, wir haben dort bereits nennenswerte Erfolge. Aber wie man auf die Idee kommen kann, die Solarpanels, die man bei uns möglicherweise effizient herstellt, weil man die Technologie beherrscht und weil man die Ingenieure hat, gerade auf deutschen Dächern anbringen zu müssen, die noch nicht einmal nach Süden ausgerichtet sind, das würde man gerne verstehen. Es wäre einigermaßen intelligent, die bei uns technologisch wunderbar und preiswert hergestellten Solarpanels dort anzubringen, wo die Ausbeute möglichst groß ist. Wir sollten also unterscheiden, wo wir guter Produzent sind und wo wir guter Standort für die Anlage sind. Es ist auch schön, dass wir der größte Produzent von Windturbinen sind, aber es wäre noch schöner, wenn unsere Windturbinen dort stünden, wo Wind weht und es wäre wahnsinnig gut, wenn wir durch staatliche Steuerung nicht genau an der falschen Stelle investieren.

Als ich über Photovoltaik nachdachte, bin ich vor allem darauf gekommen, dass wir endlich Menschen Strom geben können, für die es noch keine elektrische Leitung gibt. Die deutsche Photovoltaikorientierung konzentriert sich aber nahezu allein darauf, sicherzustellen, dass man seinen Strom aus Solarzellen ins Netz einspeist, und genau diese Investition fördern wir; da tritt einen ein Pferd, dies ist kindisch.

Wir müssten die richtigen Ziele, die wir haben, endlich auch betriebswirtschaftlich sinnvoll umsetzen und da gibt es so viele Gelegenheiten, so wunderbare Gelegenheiten, mit denen wir uns selbst und der Welt helfen können. Wir sind nach meiner Einschätzung deshalb auf einem Weg, die Zuschüsse für die Solarindustrie dramatisch und deutlich herunterzufahren. Herr Gabriel hat nur einen ersten Schritt gemacht, das wird weitergehen. Wir werden darauf achten müssen, dass wir Größenvorteile nicht verlieren, dass wir den technischen Fortschritt möglichst rasch realisieren, dass wir die Standortwahl, wie ich es gerade eben beschrieben habe, als Erfolgsfaktor begreifen. Ich bin insgesamt ganz sicher, die Branche, der Sektor, nämlich die Energieberatung und die Energiespeicherung wird nach meiner Einschätzung in der Zukunft die Branche sein, die enorm gewinnen wird, deshalb, weil wir noch nicht wissen, was im Einzelnen die besten Antworten sind.

Damit das Ganze nicht so abstrakt bleibt, ein Beispiel: Wenn man Wasserstoff einsetzt als Energieträger hat man unglücklicherweise – wenn der Wasserstoff flüssig ist – hohe Transportverluste, weil sich das Zeug verflüchtigt. Wenn man es in eine Stahlflasche einsperrt, ist es hoch explosiv und das Behältnis und der Transport insgesamt sehr teuer, aufgrund der hohen Kapitalkosten für die Flaschen. Wenn wir aber eine Entwicklung ermöglichen, in der wir den Träger Wasserstoff in eine chemische Verbindung einbringen können, die leicht transportiert werden kann und bei der beim Transport keine Energieverluste entstehen, dann wird aus der Wasserstoffwirtschaft plötzlich eine höchst erfolgversprechende Energie- und Umweltstrategie.

Wenn wir solche Überlegungen anstellen, dann wird daraus deutlich, dass in einer Welt, in der die Wasserstoffwirtschaft wichtig wird, natürlich andere Infrastrukturen, andere Verteilsysteme erforderlich werden, beispielsweise bei Tankstellen. Wenn wir stattdessen Biokraftstoffe haben, brauchen wir natürlich weiterhin Raffinerien, dann brauchen wir natürlich nebeneinander mehrere Verteilsysteme. Diese Fragen erfordern nicht nur hohes technologisches Wissen, sondern auch enorme vorauslaufende Infrastrukturinvestitionen, die nur dann verlässlich gemacht werden können, wenn wenigstens der regulatorische Rahmen für solche Prozesse lange Zeit im Voraus bekannt und verlässlich ist.

Wenn wir beispielsweise bei den Biokraftstoffen das tun, was wir gerade in Deutschland jetzt getan haben, die Förderung umstellen, auf Beimischungszwang beispielsweise, dann werden wir natürlich genau an dieser Stelle ganz wichtige Weichenstellungen verderben, so dass Investitionen und Investoren sich in solchen Bereichen, obwohl es gute Chancen gibt, nicht engagieren werden.

Fossile Energieträger haben zumeist eine Zukunft mit höheren Belastungen

Fossile Energieträger werden tendenziell verteuert, das ist einigermaßen sicher. Wir sollten aber in diesem Prozess der Verteuerung der fossilen Energieträger nicht glauben, dass in der nächsten Zeit fossile Energieträger ohne Chance seien, denn es gibt noch enorme Effizienzmöglichkeiten, es gibt noch enorme Modernisierungspotenziale, z.B. für Kraftwerke, für Stromkraftwerke in Europa. Der Umstand, dass jetzt deutsche Bürger, Konservative wie Linke, dem Bau neuer Kraftwerke im Wege stehen, sorgt dafür, dass wir unseren Klimaschutzzielen allein deshalb, weil wir diesen Widerstand mobilisieren, nicht entsprechen. Wir sollten auch wissen, dass auf mittlere Frist beispielsweise die Kohle wieder steigende Nutzung erreicht, denn die Kohle gibt es in Gebieten, die politisch nicht so unsicher sind wie Öl. Wenn unsere Wissenschaftler in 15 Jahren verlässliche und kostengünstige CO2-Sequestrierung für Kohle zustande gebracht haben, dann ist die Welt in Bezug auf die Versorgungssicherheit und in Bezug auf Klimawandel ein sichererer Platz. Mit anderen Worten: Wer jetzt in der Energiewirtschaft die Kohle bereits abschreibt, macht vermutlich Fehler. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass wir in der nächsten Zeit aber über die Versteigerung von CO2-Zertifikaten eine relative Begünstigung von jenen fossilen Energien bekommen wie Gas, weil dort die CO2-Emission pro Energieeinheit besonders klein ist.

Ich darf noch mal an Herrn Buhrow erinnern, dass das wichtigste Signal aber oftmals das Signal vom Preis ist. Wenn Gas aus Umweltgründen so günstig wird, und deshalb bevorzugt wird von großen Infrastrukturanbietern, dann spricht vieles dafür, dass der Gaspreis aufgrund hoher Gasnachfrage nicht nur so steigt wie der von Öl, sondern darüber hinaus und dass dann Gas als Lösung für unsere Fragen deshalb weniger attraktiv ist, weil sein relativer Preis steigt.

Mit solchen Bemerkungen habe ich Sie jetzt bewusst auf hohem Niveau zu verwirren beabsichtigt, weil es in meinem Urteil in der Energie- und in der Klimadebatte zu viele Leute gibt, die so tun, als ob sie es wissen könnten, wie die Zukunft genau aussieht. Wir sollten bescheiden sein und wissen, dass wir nicht wissen, wie die Zukunft aussieht. Wir sollten uns entsprechend klarmachen, dass dann, wenn Politik und Wirtschaft und Wissenschaft eine Entscheidung in diesen Fragen treffen, diese Festlegung auch fehlerhaft sein kann. Es kann sein, dass die Pfade, mit denen wir in die Zukunft schreiten, dann, wenn neue technologische Entwicklungen oder überraschend neue Preisentwicklungen zustande kommen, sich als korrekturbedürftig erweisen. Wir sollten uns auf eine sehr aufregende Expedition in diese Zukunft einrichten.

Deutsche Kraftwerkstechnologie ist ein Wachstumsmarkt.

Ich möchte jetzt der Chef von STEAG sein, das ist ein toller Job. Alles was diese Leute können, wird ihnen auf Jahrzehnte aus der Hand gerissen. Wir sollten stolz sein, dass wir eine Nation sind, die führend in diesen Fragen ist. Es gibt Exportchancen für europäische Unternehmen, Energieforschung ist der Gewinner par Excellence. Ich behaupte, Kernenergie bleibt für eine Generation – nicht für immer – ein Standbein und bleibt politisch brisant. Meine Prognose lautet, auch Herr Gabriel wird die Abschaltung der Atomkraftwerke in Deutschland revidieren. Viel einfacher ist die Hypothese, „Kraftwärmekopplung wird an Bedeutung gewinnen“, mit anderen Worten: Die heutige Philosophie, wir produzieren Elektrizität in einem großen Kraftwerk und verteilen den Strom, wird in Zukunft vermutlich durch kleine Kraftwerke nahe am Verbrauch, nahe auch an der Nutzung von Abwärme abgelöst werden. Kraftwärmekopplung und Dezentralität der Elektrizitätserzeugung sind die zukünftigen Modelle, und Unternehmen und Beratungsinstitutionen, die diesen Prozess begleiten, Ausbilder, die Heizungs- und Sanitärfachleuten helfen, Kraftwärmekopplung zu beherrschen, werden in Zukunft außerordentlich profitable Unternehmen sein. Mit anderen Worten, auch für die Handwerker, die innovationsbereit sind, die lernbereit sind, gibt es ganz interessante Märkte. Ein anderes großes Feld ist nicht die Energiewirtschaft, sondern die Land- und die Forstwirtschaft. Eine meiner witzigsten Investitionsempfehlungen der letzten Zeit lautet, die beste Investitionsentscheidung, die man treffen kann, ist, jemanden mit Land- und Forstbesitz zu ehelichen. Das war ja lange Zeit absolut unchic, aber das ist die beste Investitionsidee, die man derzeit haben kann.

Ich bin einigermaßen sicher, nicht nur die enorme Nahrungsmittelnachfrage, sondern auch die duale Nutzung von vielen agrarischen Rohstoffen, auch für den Energieinput, ist dafür eine wichtige Erklärung. Ich muss gestehen, es gibt den Konflikt zwischen Nahrungsmitteln und Energieinput, aber die deutsche Debatte, die jetzt wieder komplett umkippt, so als ob man nur ein guter Mensch sein kann, wenn man alles, was die Landwirtschaft herstellt, als Nahrungsmittel verwendet, ist auf den Kopf gestellte Wirklichkeit. Alles was aus Tieren hinten rauskommt ist für den Verzehr für Menschen nicht geeignet, bis auf ein paar Eier, aber alles, was an Tierexkrementen vorhanden ist, kann wunderbar zur energetischen Verwendung eingesetzt werden. Holz- und Abfallstoffe, aller Müll ist dafür sehr geeignet und ich kann Ihnen auch versichern, die größte Volkskrankheit in entwickelten Ländern ist heute die so genannte Jugenddiabetes. Wir brauchen nicht noch mehr Zucker als Nahrungsmittel, wir brauchen weniger. Wenn ein Teil verbrannt wird, ist das kein Schaden. Wir sollten differenziert in dieser Debatte argumentieren und wir sollten darauf achten, dass wir das Kind nicht mit dem Bade ausschütten.

Ja, es ist wahrscheinlich nicht klug, dass wir Mais für Ethanol verwenden – ja, und es ist wahrscheinlich auch nicht klug, dass man in Deutschland massenhaft Raps anbaut, um damit Diesel zu produzieren. Aber es gibt ganz viele Antworten der Verwendung der Biomasse in energetischer Form, die eine Teilantwort für die Summe unserer Probleme darstellen. Lassen Sie mich aber auch sagen, dass es viele Faktoren gibt, die für die Landwirtschaft enorme Veränderungen bewirken, die auch mit der Klimaveränderung verbunden sind. Wir werden in Zukunft bei der Bewässerungslandwirtschaft enorme technische Fortschritte brauchen. Statt der Oberflächenbewässerung brauchen wir Bewässerung an der Wurzel. Wir brauchen viel mehr Kapitaleinsatz, um das knappe Frischwasser besser zu verwenden als derzeit. Wir brauchen vor allem in dieser Welt, in der wir jetzt leben, eine viel bessere Ausbildung unserer Landwirte. Nur wenn wir die Landwirtschaft besser ausstatten mit Humankapital und mit Sachkapital, können wir der Nahrungsmittelknappheit und der Energieknappheit begegnen. Wir werden wegen des Klimawandels Ernteschäden haben und Schwankungen bei Ernteerträgen. Dies bedeutet, dass wir entsprechende Vorsorge zu treffen haben. Wir werden bei Veränderungen von Temperatur und Veränderungen von Feuchtigkeit auch natürlich das Saatgut anpassen müssen, wir brauchen andere Bäume, andere Wälder für bestimmte Regionen. Der Gen- und der Biotechnologie werden dabei besondere Bedeutung zukommen, um diese Anpassung zu beschleunigen.

Der Klimawandel ist einerseits nachteilig dort, wo es zu heiß wird, aber vorteilhaft, wo es überhaupt erstmal den Eisboden auftaut; dort gibt es natürlich auch zuerst einmal jetzt Pflanzenwuchs, mit anderen Worten, weiter vom Äquator entfernt, im Norden und im Süden, werden Bauern gewinnen. Die Kornkammern, die ertragreichen Gegenden wandern nach Norden und südlich des Äquators nach Süden. Der Faktor Sturmschäden, der Faktor Waldbrände bedeutet natürlich, dass bestimmte Gebiete wie Griechenland und Spanien gefährdet sind. Wir haben also regional bedeutende Implikationen für die Landwirtschaft. Aber auch für den Tourismus ändert sich mit dem Klimawandel vieles: Die Ostsee wird die Badewanne Europas, das Mittelmeer wird zu heiß. Schade, es war so schön da.

Die Bauwirtschaft per Saldo ein Gewinner

Ich kaufe bereits Villen für meine Enkel an der Ostsee, damit ich richtig investiere. Ich habe vorhin gesagt, die Energieersparnis und die CO2-Emissionsreduktion durch energieeffiziente Sanierung der Gebäude im Bestand, ist ein außerordentlich wichtiger Faktor und das bedeutet natürlich, die Bauwirtschaft und verwandte Branchen sind Gewinner. Die Investitionen in Gebäudedämmung werden zunehmen und sie rentieren sich nach sehr kurzer Zeit. Das hilft natürlich dem Bauhandwerk, den Architekten, den Ingenieurbüros, aber auch denjenigen, die Fassaden und Fenster bauen. Wegen der Zunahme von Stürmen, wegen der mittelfristigen Erhöhung beispielsweise des Wasserspiegels, werden wir Maßnahmen zum Küstenschutz brauchen, und auch dies wird der Bauwirtschaft wieder helfen. Wenn es mehr „Katrinas“ gibt, heißt es natürlich auch, dass es Gebäudeschäden gibt und diese Gebäudeschäden sind von der Bauwirtschaft zu beseitigen. All das macht die Bauwirtschaft zu einem wichtigen Gewinner der Veränderung unseres Klimas.

Das verarbeitende Gewerbe – Gewinner und Verlierer

Für das verarbeitende Gewerbe ist es durchaus differenzierter, und ich will hier auch nicht in die Details gehen. Es ist offenkundig, dass das Ernährungsgewerbe, die Bekleidungsindustrie, sowohl positive wie negative Einflüsse des Klimawandels zu bewältigen hat, bei Baustoffen wird in der nächsten Zeit nach meiner Einschätzung eine scharfe Regulierung ein Damoklesschwert sein. Lassen Sie mich sagen, dass ich beobachte, dass Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind, bereits Vorarbeit geleistet haben, die sich die meisten von uns nicht vorstellen können. Deutsche Firmen haben besonders viel Vorarbeit geleistet. Die deutsche Firma HeidelbergCement ist eine der weltgrößten Firmen zur Zementherstellung. Warum? Weil sie bei der Herausforderung Energieverbrauch – die Zementproduktion verbraucht unendlich viel Energie – Antworten gefunden hat, die Umweltschutz und Ressourcenschonung verbinden. Bei der Zementproduktion wird in enormem Maße Klärschlamm, etwas was man nicht mehr unterbringen konnte, verbrannt und als Energie benutzt; und dieses in Deutschland gelernte Modell rollt man nun aus, und auf diese Weise kann Heidelberg-Cement ein international erfolgreicher Konzern werden – und das in einem Feld, in dem es auf Effizienz bei Energieeinsatz in einer energieintensiven Produktion ankommt. Mit anderen Worten, die Herausforderung, scharfe Regulierung für Baustoffe, die sehr viel Energie verbrauchen, führt wiederum dazu, dass deutsche Unternehmen, die früh aufgestanden sind und die ökonomisch vorteilhafte Antworten gegeben haben, betriebswirtschaftlich erfolgreich sind. Aber natürlich ist es noch wichtiger, dass wir nach Baustoffen schauen, die möglichst CO2-ärmer hergestellt werden können und auf diese Weise dem Klimaschutz noch besser entsprechen. Die Chemieindustrie, ebenfalls sehr energieintensiv, ist auf den ersten Blick ein Verlierer. Die steigenden Energiepreise sind dort belastend, aber viele Stoffe, die mit der Chemie hergestellt werden können, haben ein niedriges Gewicht und können deshalb oft Metalle ersetzen. Beispielsweise Flugzeugbau, Außenhaut eines Flugzeugs – dort bedarf es gerade der Chemie. Chemie ist also einerseits von den Energiepreisen belastet, aber wegen der Gewichtsreduktion, die durch Einsatz von chemischen Produkten wie Plastik erzielt werden kann, ein Gewinner. Zudem wird die Welt, wie sie sich ändert, Pflanzenschutzmittel und Pharmazeutika brauchen, und dies wird die Chemieindustrie begünstigen.

Die Metallindustrie ist ein Gemischtwarenladen, darauf gehe ich jetzt nicht ein. Ich will stattdessen mich gleich auf den Maschinenbau konzentrieren. Maschinenbau und Elektrotechnik sind zwei formidable Gewinner des Klimawandels, weil sie Problemlöser sind. Der Maschinenbau ist genau der Sektor, mit dem wir Energieeffizienz erhöhen können, mit dem wir beispielsweise die Wasserknappheitsfrage angehen können. Dort wird es wiederum deshalb, weil es bei uns Cluster an Forschung und Entwicklung gibt, große Exportchancen geben. Die Energieeffizienz, die wir anbieten können, wird eines der wichtigsten Verkaufsargumente sein und wird unseren Maschinenbauern helfen, bevorzugt genutzt zu werden, selbst dann, wenn der Wechselkurs, in dem wir abzurechnen haben, der Euro, sehr gestiegen ist.

Eine Branche, von der ich vermute, dass sie eher der Verlierer sein wird, ist die Automobilindustrie. Die Automobilindustrie steht vor massiven Herausforderungen, die CO2-Zielsetzungen verschiedener Regierungen werden ziemlich dramatisch sein, und das Ganze ist deshalb so schwierig, weil – anders als die öffentliche Debatte es einem nahe legt – die Konsumenten bei ihren Fahrgewohnheiten den Klimaerfordernissen so gar nicht entsprechen. Die Deutschen mögen Sicherheit und Sicherheit heißt Gewicht, Gewicht heißt mehr Energieverbrauch. Da ein Deutscher aber auf Beschleunigung nicht verzichten kann – mindestens glaubt er es –, ist, wenn er mehr Gewicht im Auto hat, die Logik klar. Wir verbrauchen mehr, obwohl wir enorme Effizienzzuwächse in den Antriebssystemen unserer Autos haben. Wir haben den Flottenverbrauch nicht reduziert, obwohl wir die größte Effizienzsteigerung im Automobilbereich erzielt haben im Vergleich zu anderen Ländern. Und wenn wir ein Auto, das die richtige Zukunftsaussage ist, verkaufen wollen, und an junge Leute, dann können wir es nicht mit einem ganz hohen Preis in den Markt einführen, das geht nicht. Mit anderen Worten, wir haben an mehreren Stellen nicht hart genug gearbeitet, um dem Erfordernis der Umwelt- und der Ressourcenschonung zu entsprechen. Ich weiß von Renault, dass der CEO, Herr Schweitzer – zufällig auch mit dem anderen Schweitzer, der früher in Afrika war, verwandt – Renault wirklich in eine gute energieeffiziente Orientierung gebracht hat. Aber was haben die Kunden gemacht? Sie haben Peugeot gekauft, nicht Renault. Wir haben Konsumentenpräferenzen, die mit dem Gerede über Klimawandel und Energieeffizienz leider nicht harmonieren. Die Automobilwirtschaft wird hart arbeiten müssen in der nächsten Zeit, um neue Antriebsformen, Effizienzsteigerung bei traditionellen Antrieben, wirklich durchzusetzen. Das Unglück ist, wir haben es vorhin bei den Haushaltsgeräten auch gehört, die Lebensdauer wird immer länger, und den Kapitalbestand zügig umzubauen, wird immer schwieriger aus diesem Grund. Und wenn Sie dann natürlich auch noch sagen, „aber demnächst bauen wir um“, dann können Sie Ihr altes Auto, das noch fährt, am Gebrauchtwagenmarkt nicht mehr verkaufen, das bringt Ihnen überhaupt nichts mehr. Das Ergebnis solcher Bedingungen ist, der Mensch, der eigentlich ein neues Auto kaufen wollte, fährt mit seinem alten wieder vom Händler weg und fährt es noch zwei Jahre. Das ist das Risiko. Ich befürchte deshalb, dass wir in den nächsten 2 Jahren weltweit in der Automobilwirtschaft eine ziemlich kritische Phase haben werden. Verkehr, Mobilität wird teuer, Luftverkehr steht vor dramatischen Entwicklungen, die Billigflieger werden in der nächsten Zeit ein ausgewachsenes Problem haben, der EU-Emissionshandel wird wahrscheinlich ausgeweitet werden auch auf den Luftverkehr. Wir sollten nicht damit rechnen, dass der Straßenverkehr demnächst in Osteuropa entlastet wird, sondern dort wird es mehr Belastungen geben und die offenkundige Antwort, nämlich in Europa von der Straße auf die Schiene umzusteigen, ist etwas, was angesichts unserer Konzeption, die Eisenbahn zu organisieren, nicht realistisch ist. Wir wollen auf ewig die Eisenbahn durch nationale Behörden und durch Beamte erledigen lassen. Das ist verständlich, so ist die Eisenbahn ja entstanden, aber das ist nicht die betriebswirtschaftliche Antwort. Wenn man eine große Feier veranstaltet, dass jetzt endlich ein TGV von Frankfurt nach Paris fährt und ein ICE von Stuttgart nach Paris, anstatt das als das Natürlichste der Welt zu betrachten, wird deutlich, wie weit wir von einer effizienten Nutzung der Bahn entfernt sind. Wir brauchen ein europäisches Schienennetz mit einer europäischen Schienenkontrolle, auf der private Anbieter ihre Züge fahren. Nur dann wird Verkehr auf die Schiene verlagert. Ich prognostiziere Ihnen, dass wir darüber noch eine Generation reden werden und immer noch die staatlichen Eisenbahnen haben – leider. Ich wünschte, es wäre anders.

Binnenschifffahrt auf dem absteigenden Ast, Seeschifffahrt gewinnt

Da künftig häufig Niedrigwasser und Hochwasser erwartet werden müssen, können auf dem Rhein Schiffe ziemlich schlecht fahren. Mit anderen Worten, es gibt objektive, durch Klimawandel erschwerte Bedingungen für die Binnenschifffahrt. Die Seeschifffahrt wird dagegen nach meiner Einschätzung große Anteilsgewinne haben.

Der Tourismus ist wegen der Energieverteuerung und dem Klimawandel tendenziell auf der Verliererseite. Wir werden vielfältige regionale und saisonale Verschiebungen von Touristenströmen haben. Sie brauchen als Unternehmer in deutschen Mittelgebirgen wahrscheinlich nicht mehr so schrecklich viele Schneelifte. Sie brauchen wahrscheinlich keine neuen Bettenburgen an der Costa del Sol zu bauen. Bauen Sie lieber schicke Villensiedlungen an der Ostsee. Es ist offenkundig, dass die Schweiz im Wintertourismus gewinnt, weil sie die hohen Berge hat. Seefeld in Tirol ist nicht ideal, das liegt zu niedrig. Bei den Sommerreiseaktivitäten werden wir Verschiebungen der Touristenströme weg von der heißen Zone, hin in die gemäßigte nördliche Zone haben. Und insgesamt werden höhere Kosten für Touristen, die Verteuerung der Mobilität, zu weniger Kurzreisen und zu weniger Fernreisen führen.

Dienstleistung – Kein klarer Trend

Im Handel wird der Klimawandel gute und schlechte Entwicklungen, aber in jedem Fall mehr Volatilität mit sich bringen. Die Finanzwirtschaft wird mit dem, was sich für die Branchen verändert, nicht nur leben müssen, sondern sie muss darauf konstruktiv und kreativ eingehen. Wenn ein Unternehmen ein Produkt auf den Markt bringt, das reputationsschädigend ist, dann ist das natürlich auch für das Kreditrating der Firma schädlich – und das muss die Bank bei den Kreditkonditionen bedenken. Mit anderen Worten, in der Kreditrisikoüberprüfung spielt die Frage, „wie stellt sich jemand auf Klimawandel, auf Energieknappheit ein?“, eine wichtige Rolle. Wir werden aber auch auf der Anlageseite, bei den Anlageempfehlungen der Banken für ihre Kunden darauf zu achten haben, was attraktiv wird. Zum Beispiel rate ich derzeit meinen Kunden, sie sollen dringend all jene Firmen kaufen, die Forstbearbeitungsmaschinen und Landmaschinen herstellen, denn diese Leute haben jetzt so viel Geld und so viele Investitionsideen, dass man dort derzeit ganz viel verkaufen kann. Mit anderen Worten, die Bank ist als Informationsbroker und als Schaltstelle für so viele Aufgaben, ebenso wie Versicherungen, im Feld des Klimawandels engagiert beteiligt.

Fazit

Noch wichtiger für die Entwicklung der nächsten Jahre als der Klimawandel, der eine mittelfristige Entwicklung ist, ist das, was regulatorisch in der nächsten Zeit in Bezug auf Klimawandel auf den Weg gebracht wird. Es ist wichtig, dass die Politik dort, wo sie angreift, dies in verlässlicher Weise tut, es möglichst frühzeitig ankündigt und es mit den Betroffenen in der Wirtschaft und in der Gesellschaft bespricht, damit Planungssicherheit für Wirtschaftsakteure entsteht. Lassen Sie mich sagen, heute Morgen, Herr Buhrow, hat es eine der wichtigsten Botschaften gegeben: Wenn Europa nicht begreift, dass Amerika sich nach der nächsten Wahl im November 2008 auf Klimawandel einstellt, haben wir eine falsche Einstellung über die Entwicklung dieses Feldes. Wenn die Amerikaner sich entscheiden, den Klimawandel ernst zu nehmen, dann fragen sie keine Sekunde, ob sie das der Welt auch zumuten. Amerikaner haben niemals eine Schwierigkeit, alles was sie für sich tun, extraterritorial wirken zu lassen. Dies wird also geschehen.

In vielen Branchen – ich hoffe, ich habe Ihnen das zeigen können – übersteigen die Chancen des Klimawandels seine Risiken. Gewinner sind vor allem die, die helfen, den Klimawandel zu verlangsamen und seine negativen Folgen zu begrenzen. Weil wir so früh angefangen haben nachzudenken, zu forschen und zu entwickeln, ist Deutschland, ist Europa in dieser Frage den anderen voraus. Die Unternehmen, die diesen Punkt ernst genommen haben und ernst nehmen, die sich also früh einstellen, die die richtigen Leute einstellen, werden profitieren.

Abbildung 5.3

Abbildung 5.3

Welche Branchen in diesem Entwicklungsprozess wie positioniert sind: Die Gewinner sind rechts oben, die Verlierer sind links unten und die anderen sind der Gemischtwarenladen. Sie haben das in Ihren Unterlagen, studieren Sie das und geben Sie das denen, auf die es ankommt, die die Unternehmensentscheidungen und die regulatorischen Weichenstellungen zu treffen haben.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!