Ein Drittel der Deutschen verbindet Nachhaltigkeit mit Umweltschutz
Studie des GfK Vereins zum Begriff Nachhaltigkeit
Nürnberg, 11. Oktober 2011 – Die überwiegende Mehrheit der Bundesbürger hat schon einmal von dem Begriff Nachhaltigkeit gehört. Jeder Dritte verbindet damit Aspekte des Natur- oder Umweltschutzes. Dies ergab eine aktuelle Studie des GfK Vereins.
Rund 80 Prozent der Bundesbürger haben den Begriff „Nachhaltigkeit“ schon einmal irgendwo gehört, gesehen oder gelesen. Nur etwa jeder Dritte (36 Prozent) ist sich da allerdings „ganz sicher“. 43 Prozent kommt das Wort zumindest bekannt vor. 21 Prozent der Deutschen kennen den Ausdruck dagegen gar nicht. Dies sind Ergebnisse einer Studie, für die die GfK Marktforschung im Auftrag des GfK Vereins im September knapp 1.000 Deutsche ab 14 Jahren befragt hat.
Mit Blick auf die verschiedenen Altersgruppen zeigt sich: Am meisten können 35- bis 64-Jährige mit dem Thema Nachhaltigkeit anfangen. Rund 40 Prozent kennen den Begriff sicher, etwa ebenso vielen kommt er zumindest bekannt vor. Etwa jeder Fünfte kann hingegen mit dem Begriff Nachhaltigkeit nichts anfangen. Der Informationsgrad nimmt mit höherem Alter etwas ab. Jeder Vierte über 65 Jahre hat noch nie von Nachhaltigkeit gehört. Ebenso geht es der jungen Generation zwischen 14 und 34 Jahren: Auch hier weiß ein Viertel der Befragten nicht, was sich hinter Nachhaltigkeit verbirgt.
Mehr noch als das Alter hat das Bildungsniveau Einfluss darauf, ob Menschen mit dem Thema vertraut sind oder nicht. So kennen 91 Prozent der Akademiker, aber nur 69 Prozent der Befragten mit Hauptschulabschluss den Begriff.
Auch wer den Begriff Nachhaltigkeit schon einmal gehört hat, weiß nicht unbedingt, was darunter zu verstehen ist. Auf die offene Frage nach den inhaltlichen Assoziationen antworteten 18 Prozent derjenigen, denen der Begriff bekannt vorkommt oder sicher bekannt ist, keine Vorstellung zu haben, was sich dahinter verbirgt. Für die anderen steht er vor allem für Natur- und Umweltschutz. 22 Prozent nennen umweltbewusstes Handeln/Wirtschaften ganz allgemein und 17 Prozent denken dabei explizit an die Verwendung nachwachsender Rohstoffe. Weitere Nennungen entfallen zum Beispiel auf das ‚Sparen von Ressourcen‘ (6 Prozent), ‚Wiederverwertbarkeit/Recycling‘, oder ‚Energiesparen/Verwendung Regenerativer Energien‘ (je 4 Prozent). Insgesamt verbinden 45 Prozent der Kenner des Begriffs mindestens eine Assoziation aus dem Bereich Umwelt-/Naturschutz mit dem Wort Nachhaltigkeit. An Dauerhaftigkeit und lange Lebensdauer wird von 29 Prozent in diesem Zusammenhang gedacht. Nachhaltigkeit als Verpflichtung gegenüber künftigen Generationen erwähnen demgegenüber nur 4 Prozent der Kenner als Begriffsdeutung. Soziale oder humanitäre Aspekte fehlen auf der Liste der spontanen Assoziationen. Das Wort steht also für die meisten Menschen in erster Linie stellvertretend für Themen des Natur- und Umweltschutzes.
„Dass die Menschen in erster Linie an die Umwelt denken, ist nicht verwunderlich. Denn der Begriff „Nachhaltigkeit“ wurde Ende der 80er und in den 90er Jahren mit Umweltthemen bekannt – zu einer Zeit in der beispielsweise das Waldsterben und die Einführung der Mülltrennung in aller Munde waren“, kommentiert Prof. Dr. Raimund Wildner, Geschäftsführer des GfK Vereins, das Ergebnis.
Zur Studie
Die Ergebnisse stammen aus einer Studie, für die die GfK Marktforschung im Auftrag des GfK Vereins im September 962 Personen ab 14 Jahren (repräsentativ für die bundesdeutsche Bevölkerung) befragt hat. Charts zum Download finden Sie unter www.gfk-compact.de (beim aktuellen FokusThema ‚Nachhaltig gefragt‘). Für Rückfragen und weitere Informationen zur Studie wenden Sie sich bitte an Claudia Gaspar vom GfK Verein, Tel. + 49 911 395-2624, claudia.gaspar@gfk.com.
Zum GfK Verein
Der GfK Verein ist eine 1934 gegründete Non-Profit-Organisation zur Förderung der Marktforschung. Er setzt sich aus rund 600 Unternehmen und Einzelpersonen zusammen. Zweck des Vereins ist es, innovative Forschungsmethoden in enger Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen zu entwickeln, die Aus- und Weiterbildung von Marktforschern zu fördern und die für den privaten Konsum grundlegenden Strukturen und Entwicklungen in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zu verfolgen sowie deren Auswirkungen auf die Verbraucher zu erforschen. Die Studienergebnisse werden den Mitgliedern des Vereins kostenlos zur Verfügung gestellt. Der GfK Verein ist Gesellschafter der GfK SE. Weitere Informationen unter www.gfk-verein.org.
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