Die Deutschen Anleger glauben an den Euro
Nürnberg, 17. November 2011 – Knapp zwei Drittel der deutschen privaten Finanzentscheider stellen der deutschen Bundesregierung ein schlechtes Zeugnis bei der Handhabung der Europäischen Schuldenkrise aus. Dennoch glauben ebenso viele, dass es den Euro in zehn Jahren noch als Währung in Deutschland geben wird. Das sind Ergebnisse aus einer Zusatzstudie im Rahmen des GfK –Investmentbarometers, das der GfK Verein regelmäßig in Zusammenarbeit mit dem Wall Street Journal Europe durchführt.
63 Prozent der deutschen Privatanleger geben der Bundesregierung schlechte Noten wenn es um die Handhabung der Schuldenkrise geht – 23 Prozent bewerten das Vorgehen sogar als „sehr schlecht“.
Allerdings zeigen sich hinsichtlich der Zukunft des Euro in Deutschland viele zuversichtlich: 66 Prozent glauben, dass es den Euro in 10 Jahren in Deutschland weiter als Währung geben wird. Unter den vermögenden Privatanlegern mit einem frei verfügbaren Anlagevermögen von über 50.000 Euro bzw. einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von über 2.500 Euro erhöht sich dieser Wert sogar auf 71 Prozent. Dass der Euro als Währung in Deutschland wahrscheinlich nicht mehr existieren wird, sagen 28 Prozent, sicher sind sich 7 Prozent.
Dass der Euro die Währung in Deutschland bleiben soll, dafür stimmt über die Hälfte (57 Prozent) der deutschen Finanzentscheider. 43 Prozent hätten gerne die D-Mark zurück. Unter den Wohlhabenden sinkt dieser Wert auf 35 Prozent.
Auch in den USA beurteilt rund die Hälfte der Sparer die Handhabung der Europäischen Schuldenkrise durch die amerikanische Regierung als schlecht oder sehr schlecht. Aber ebenso wie in Deutschland glauben zwei Drittel der amerikanischen Anleger, dass der Euro auch in 10 Jahren als Währung Bestand haben wird.
„Die privaten Finanzentscheider in Deutschland wollen zwar ein besseres Krisenmanagement, sie glauben aber an die Zukunft des Euro und wollen nicht zur D-Mark zurück. Für den Euro ist das ein gutes Ergebnis“ fasst Raimund Wildner, Geschäftsführer des GfK Vereins, das Ergebnis zusammen.
Zur Studie
Seit 1999 liefert das GfK-Investmentbarometer Daten zum Verhalten von Privatanlegern in Europa und den USA. Aus aktuellem Anlass wurde in der letzten Studie das Thema „Eurokrise“ aufgenommen. Untersucht wurde die Einschätzung zur Handhabung der Krise durch die jeweilige Regierung und die Meinung der Anleger zum Euro und dessen Zukunft. Dafür wurden im Oktober und November 2011 in Deutschland 1677 private Finanzentscheider über 14 Jahre und in den USA 859 private Finanzentscheider über 18 Jahre befragt. Die Daten zur EU-Krise werden heute vorab veröffentlicht. Die weiteren Ergebnisse des GfK-Investmentbarometers zum Anlageverhalten der Europäer und Amerikaner – untersucht in 11 Ländern – werden im Januar 2012 veröffentlicht.
Das Wall Street Journal Europe (www.wsj.com)
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