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Vertrauen der Deutschen in Sicherheitskräfte wächst weiter - Automobilbranche mit starken Verlusten

15. März 2017

Ergebnisse „Global Trust Report 2017“ des GfK Vereins

Nürnberg, 15. März 2017 – Das Vertrauen der deutschen Bevölkerung in die Polizei ist hoch wie nie zuvor. Die Bundeswehr erreicht den höchsten Vertrauenszuwachs bei den Institutionen. Die Bundesregierung büßt zwei Prozentpunkte gegenüber der Umfrage aus dem Jahr 2015 ein. Unter den Wirtschaftsbereichen bleibt das Handwerk der vertrauenswürdigste. Während die Energie- und Wasserversorger weiter Vertrauen dazugewinnen, erleidet die Automobilbranche einen großen Vertrauensverlust. Das ergibt der „Global Trust Report 2017“, eine Studie des GfK Vereins in 25  Ländern, die das Vertrauen in Institutionen und Branchen ermittelt.

85 Prozent der Deutschen schenken der Polizei ihr Vertrauen. Damit verzeichnen die Ordnungshüter gegenüber der letzten Befragung in 2015 einen Zuwachs von fünf Prozentpunkten. Das Vertrauen in die Bundeswehr steigt um neun Prozentpunkte auf 64 Prozent. Damit liegt sie nun auf Rang vier der vertrauenswürdigsten Institutionen. „Offenbar honorieren die Deutschen die Leistungen der Sicherheitskräfte im In- und Ausland bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise und bei der Abwehr von terroristischen Gefahren“, sagt Raimund Wildner, Geschäftsführer des GfK Vereins. Mit der Justiz und der Verwaltung, denen bei steigender Tendenz etwa zwei Drittel der Deutschen vertrauen, sind auch die Plätze zwei und drei von staatlichen Institutionen besetzt.

Politische Parteien weiter im Umfragetief

Das Schlusslicht bilden wie in den Umfragen aus den Jahren 2015 und 2013 unverändert die politischen Parteien mit nur 18 Prozent Vertrauenszuspruch. Der Bundesregierung vertrauen mit 38 Prozent etwa doppelt so viele Deutsche. Dies entspricht einem minimalen Rückgang, der jedoch nicht als Vertrauensverlust gewertet werden kann.

Wirtschaftsbereiche: Handwerk an der Spitze, Autoindustrie verliert stark

Neben den Institutionen ermittelt der GfK Verein auch das Vertrauen in Wirtschaftsbereiche. Drei Branchen wurden der aktuellen Studie hinzugefügt – diese schneiden im Vertrauensranking gut ab: 70 Prozent der Deutschen (Platz 5) vertrauen den Herstellern von Reinigungsmitteln. Bekleidungs- und Schuhhersteller belegen mit 74 Prozent sogar den zweiten Platz. Mehr Zuspruch erhält in Deutschland nur das Handwerk mit 85 Prozent. Hersteller von Spielwaren steigen mit 64 Prozent im Mittelfeld ein. Einen deutlichen Zuwachs konnten in der aktuellen Umfrage die Energie- und Wasserversorger verbuchen. Seit 2013 ist hier ein Positivtrend und mittlerweile ein Plus von fast 20 Prozentpunkten zu beobachten. „Das Vertrauen in Versorger steigt seit Jahren an. Die Deutschen scheinen die Anstrengungen der Stromversorger bei der Energiewende zu honorieren“, so Wildner. Vertrauen dazu gewinnen können zudem Lebensmittelhersteller, die in den letzten zwei Jahren um elf Prozentpunkte auf 56 Prozent zulegen. Studien zufolge legen die Deutschen wieder mehr Wert auf Qualität, auch Bioprodukte werden immer beliebter. Die Autoindustrie hingegen muss harte Verluste hinnehmen. Das Minus von 17 Prozentpunkten dürfte größtenteils auf den Abgasskandal zurückzuführen sein. Schlechter schneiden nur noch die Telekommunikationsbranche sowie Banken und Versicherungen ab.

Weltweit verbucht das Militär das größte Vertrauen

Global belegt das Militär seit 2013 unverändert mit 79 Prozent die Spitzenposition unter den Institutionen. Das Militär wird in elf der 25 untersuchten Länder als vertrauenswürdigster Bereich wahrgenommen. Das Vertrauen in die jeweilige Landeswährung erreicht den zweiten Platz in der globalen Rangfolge. In Deutschland vertrauen 58 Prozent dem Euro.

Unter den Branchen starten die erstmals betrachteten Bekleidungs- und Schuhhersteller mit der Top-Platzierung. Das Handwerk folgt dichtauf. Globales Schlusslicht beim weltweiten Vertrauen sind 2017 die Telekommunikations- und Internetanbieter.

Zur Studie
Diese Ergebnisse sind ein Auszug aus dem „Global Trust Report 2017“ des GfK Vereins und basieren auf rund 28.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag des GfK Vereins im Zeitraum September bis November 2016 in insgesamt 25 Ländern durchgeführt wurden (Ausnahmen bei der Feldzeit: Indien, Indonesien, Iran, Philippinen: Januar bis März 2016; Schweiz: August 2016). Grundlage der Untersuchung ist die Abfrage des Vertrauens in 12 Institutionen, in 14 Branchen und in die Mitmenschen allgemein mittels folgender Skala: „vertraue ich voll und ganz“, „vertraue ich überwiegend“, „vertraue ich weniger“, „vertraue ich überhaupt nicht“.

Zum GfK Verein
Der GfK Verein ist eine 1934 gegründete Non-Profit-Organisation zur Förderung der Marktforschung. Er setzt sich aus 550 Unternehmen und Einzelpersonen zusammen. Zweck des Vereins ist es, innovative Forschungsmethoden in enger Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen zu entwickeln, die Aus- und Weiterbildung von Marktforschern zu fördern und die für den privaten Konsum grundlegenden Strukturen und Entwicklungen in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zu verfolgen sowie deren Auswirkungen auf die Verbraucher zu erforschen. Die Studienergebnisse werden den Mitgliedern des Vereins kostenlos zur Verfügung gestellt. Der GfK Verein ist Gesellschafter der GfK SE. Weitere Informationen unter www.gfk-verein.org.

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