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Vortrag 5

Prof. Dr. Reinhold Bauer, Lehrstuhl der Wirkungsgeschichte der Technik, Universität Stuttgart

EINE TYPOLOGIE (GESCHEITERTER) INNOVATIONEN

Der Flop als Forschungsgegenstand

 

Schon seit Jahren ist „Innovation“ ein in Medien und Politik allgegenwärtiger Modebegriff. Innovationen und dabei insbesondere auch Produktinnovationen erscheinen als Schlüssel zu Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum, ja als Königsweg in eine wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft. Trotz oder gerade wegen seiner Omnipräsenz wird dabei allerdings auf eine Definition des Innovationsbegriffs leider meist ebenso verzichtet wie auf seine Problematisierung.

Tatsächlich ist aber das innovatorische Scheitern - nicht der Erfolg - der Regelfall! Dessen ungeachtet avancierte der Prozess des Scheiterns bis heute nur selten zum Gegenstand historischer Untersuchungen. Das ist umso bedauerlicher, als eine Geschichte des Scheiterns respektive eine Analyse seiner Ursachen nicht nur zu einem besseren Verständnis des „Misserfolgs“ selbst führen kann, sondern darüber hinaus auch zu einer umfassenderen und realitätsnäheren Beschreibung des technischen Wandels insgesamt. Sie kann die außertechnischen Einflüsse auf den Innovationsprozess – d.h. wirtschaftliche, soziale, politische, kulturelle Faktoren - oftmals deutlicher zeigen, als es die Untersuchung erfolgreicher Entwicklungen vermag.

In diesem Vortrag geht es darum, anhand einiger Fallbeispiele für gescheiterte Produktinnovationen einerseits Einblicke in eine „Typologie des Scheiterns“ zu vermitteln. Andererseits soll deutlich werden, was die „Fehlschlagforschung“ zum Verständnis technischer Entwicklung bzw. technologischen Wandels beizutragen vermag.

Prof. Dr. Reinhold Bauer leitet seit 2011 die Abteilung für Wirkungsgeschichte der Technik am Historischen Institut der Universität Stuttgart Zuvor war er u.a. lange Jahre zunächst als Wissenschaftlicher Mitarbeiter, dann als Wissenschaftlicher Assistent und schließlich als Privatdozent an der Helmut Schmidt Universität der Bundeswehr in Hamburg tätig. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Historische Innovationsforschung, die Verkehrsgeschichte, die Geschichte von Produktionsorganisation und –technik sowie die Technik- und Wirtschaftsgeschichte realsozialistischer Staaten.