Christine Kittinger/ Marketing Intelligence Review

Juni 2016

Frau Dr. Kittinger, seit fast acht Jahren betreuen Sie die GfK Marketing Intelligence Review (GfK MIR) redaktionell. Wer ist die Zielgruppe für diese Zeitschrift? Und was ist das Besondere an der MIR?

Alle, die marketingtechnisch auf dem neuesten Stand bleiben oder ihren Marketing-Horizont erweitern möchten, sind  bei uns gut aufgehoben. Die GfK MIR wird immer wieder mit der Harvard Business Review verglichen. Das freut uns natürlich sehr und es ist uns deshalb auch sehr wichtig, tatsächlich höchste Qualität zu liefern.

Die GfK MIR hat den Anspruch, neue Erkenntnisse aus der Marketingforschung praxisrelevant aufzubereiten. Wir arbeiten mit renommierten Marketingforschern auf der ganzen Welt zusammen. Unser Advisory Board wählt neue und spannende Schwerpunkte aus. Für jedes Thema übernimmt dann ein Marketingwissenschaftler die fachliche Leitung und lädt Forscher ein, einzelne Aspekte des Rahmenthemas näher zu bearbeiten. Damit das Lesen nicht nur informativ, sondern auch unterhaltsam ist, bereiten wir die Texte noch weiter auf und ergänzen sie durch speziell für die GfK MIR gestaltete Bilder und Grafiken. Und die kurzen Executive Summaries zu den Artikeln machen es auch zeitknappen Lesern leicht, sich einen schnellen Überblick zu verschaffen.

In den bisherigen Ausgaben ging es um die Themen Emotionen, Social Media, Design und das Messen von Marketingerfolg. Die neueste Ausgabe beschäftigt sich mit dem Thema "Marketing mit Verantwortung". Würden Sie uns ein wenig über die Inhalte erzählen?

In Zeiten des Klimawandels und zunehmender sozialer Spannungen ist das Thema Corporate Responsibility aktueller denn je. Als Gasteditor konnten wir CB Bhattacharya gewinnen, der an der  ESMT European School of Management and Technology in Berlin den Lehrstuhl für nachhaltiges Management leitet. Die 8 von ihm ausgewählten Beiträge zeigen, dass Gewinnorientierung und verantwortungsvolles Handeln kein Widerspruch sein müssen. Im Gegenteil, nachhaltiges Engagement für Umwelt oder Gesellschaft schafft Wettbewerbsvorteile und sichert die Existenzberechtigung von Unternehmen. Wir berichten, was Vorreiter wie Unilever, Intel, Ferrero oder große Pharmaunternehmen in puncto Nachhaltigkeit bereits erreicht haben. Wir thematisieren auch Stolpersteine, die es zu vermeiden gilt. Nicht immer sind zum Beispiel die Konsumenten automatisch Feuer und Flamme für „mehr öko“ oder „mehr fair“ und auch das muss bei einer CSR Strategie mitbedacht werden. Unser Beitrag aus der GfK Forschung hat dieses Problemfeld aufgegriffen und beschäftigt sich mit der Diskrepanz zwischen Denken und Tun beim Kauf von Fair-Trade Kleidung und wie Anbieter darauf reagieren können.

Dürfen wir schon wissen, welches Thema uns in der nächsten Ausgabe erwartet und wann diese etwa erscheinen wird?

Die Vorbereitungen für die nächsten beiden Ausgaben sind bereits am Laufen und wir haben wiederum sehr spannende und aktuelle Themen gewählt. In der nächsten Ausgabe, die im November dieses Jahres erscheint, dreht sich alles um Big Data und wie man diese nutzen kann. Data Science wird im Marketing immer wichtiger, sowohl in der Ausbildung als auch in der Marketingpraxis. Wir beschäftigen uns mit den Chancen, die in der Auswertung unterschiedlicher Daten liegen, aber auch mit den gewaltigen Herausforderungen bei der gewinnbringenden Auswertung dieser Daten. Auch in der ersten Ausgabe 2017 geht es um die Folgen der zunehmenden Digitalisierung vieler Lebensbereiche. In der Ausgabe „Digital Transformation“ werden wir uns den Auswirkungen auf Geschäftsmodelle von Unternehmen und ganzen Branchen widmen. Viele altbewährte Erfolgskonzepte funktionieren nicht mehr, während sich mit neue Ideen und Denkweisen viel Geld verdienen lässt. Egal ob in der Marktforschung, im Handel, in der Werbung oder im Finanzierungsgeschäft: Es tut sich einiges und was man daraus lernen kann, werden wir uns in diesem Heft genauer ansehen.

Herzlichen Dank für das Gespräch!


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