Deutsche Telekom / Internet

November 2011

Herr Müller, Deutschland erlebt einen starken demographischen Wandel. Die Generation 50 Plus wird in Zukunft deutlich weiter wachsen. Gibt es nach Ihrer Erfahrung merkbare Unterschiede zwischen älteren und jüngeren Zielgruppen?

Ja, die gibt es. Zum einen bei der Inzidenz, zum anderen bei der Technologie. Bei der Inzidenz gibt es heutzutage noch ein Gefälle zwischen Jüngeren und Älteren. Familien und jüngere Bevölkerungsgruppen wie Schüler und Studenten nutzen das Internet häufiger. Für diese Bevölkerungsteile ist es nicht mehr wegzudenken. Die Best Ager sind da quasi noch am Aufholen, haben aber wiederum die größten Wachstumspotenziale. Hinsichtlich der Technologie zeigen sich Unterschiede bei der genutzten Bandbreite. Auch inhaltlich gibt es unterschiedliche Schwerpunkte bei der Nutzung. Aber auch das gleicht sich immer mehr an. Momentan hat das Thema Social Media – also Facebook & Co. – bei den Jüngeren ein deutlich stärkeres Gewicht. Bei den Älteren erfolgt die Kommunikation im Netz derzeit eher über Email. Was die thematischen Unterschiede betrifft, so kann man vielleicht den Gesundheitsbereich herausgreifen, für den sich Ältere etwas stärker interessieren.

Viele Unternehmen setzen auf Online-Angebote: Sie informieren auf der Firmen-Website und kommunizieren mit Ihren Kunden via Social Media. Gehen diese Unternehmen dabei genug auf ältere Internetnutzer und Konsumenten ein? Worauf sollte man achten, wenn man die Zielgruppe 50 Plus im Internet ansprechen will?

Firmen sollten vor allem im Hinblick auf die Usability Rücksicht auf Best Ager nehmen. Doch viele Firmen haben in der Vergangenheit schon Forschung in diese Richtung betrieben und ihre Seiten entsprechend angepasst. Auch generell hat ein Umdenken beim Gestalten der Internetseiten eingesetzt: Während früher der Schwerpunkt eher auf Werbung lag, tritt jetzt die Kommunikation mit dem Kunden in den Vordergrund.

Sehen Sie Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Internetnutzern?

Bei der Nutzungshäufigkeit betrifft, gibt es Unterschiede. Das Internet wird häufiger von Männern genutzt. Thematisch stehen bei den Männern Webseiten zum Thema Sport und Finanzen stärker im Vordergrund. Frauen nutzen tendenziell mehr Emails und interessieren sich eher für Gesundheitsthemen. Interessanterweise nutzen Frauen aber auch häufiger Routenplaner im Netz. Aber es gibt auch Themenbereiche, die Männern und Frauen gleichermaßen interessieren, so zum Beispiel das Thema Reisen oder Urlaubsplanung. Kaum Unterschiede zwischen Männern und Frauen zeigen sich auch bei der Suche im Netz nach bestimmten Produktinformationen.

Verraten Sie uns, wie viel Zeit Sie selbst im Internet verbringen und was Ihre thematischen Lieblingsseiten sind?

Beruflich verbringe ich ohnehin jeden Tag im Internet. Und privat bin ich auch fast täglich im Internet. Dabei hat sich die Art des Zugangs geändert. Ich nutze das Internet privat mehr mobil, hier vor allem Emails. Thematisch stehen für mich Nachrichtenportale im Vordergrund, z.B.FAZ.net, Spiegel Online oder Focus Online. Sehr nützlich finde ich auch Apps zur Orientierung. „Around me“ und „Meine Stadt.de“ sind sehr hilfreich, wenn man in fremden Städten unterwegs ist. Man hat alle Informationen zur Hand und muss nicht mehr wie früher mit Stadtplänen unterwegs sein. Im Musikbereich finde ich nach wie vor iTunes unschlagbar. Und sehr praktisch finde ich die Möglichkeiten der Heimvernetzung. Der Internetzugang ist jetzt quasi von überall möglich, nicht mehr nur vom heimischen PC am Schreibtisch. Das ist bequem und schafft Unabhängigkeit sowie Flexibilität.

Herzlichen Dank für das Gespräch