REWE GROUP / Eigenmarken

Februar 2011

Herr Gens, die REWE Group ist ja ein europaweit operierendes Unternehmen. In welchen europäischen Ländern sehen Sie derzeit die größten Wachstumspotenziale für Handelsmarken und wo sind die Sättigungsgrenzen vielleicht schon erreicht? Was sind die Gründe?

Aus meiner Sicht ist das Wachstum der Handelsmarken im Wesentlichen von drei Faktoren abhängig. Auf der einen Seite ist die derzeitige Penetration an Handelsmarken ein entscheidender Faktor und zum anderen die Geschäftsstrategie der Anbieter in einem Land. Gleichzeitig sind die Expansionsentscheidungen der Handelsorganisationen als Treiber für die Handelsmarkenanteile nicht zu unterschätzen. In einem Land mit geringen Handelsmarkenanteil und deutlicher Expansion der Harddiscounter wird das Wachstum sicher am deutlichsten zu spüren sein. Ich möchte damit zum Ausdruck bringen, dass ein früher Markteintritt von Harddiscountformaten eine andere numerische Distribution und damit auch Marktbedeutung mit sich bringt als ein früher Eintritt von Supermarkt-Formaten in Ländern mit niedrigem Institutionalisierungsgrad im LEH. Eine Grenze für den Handelsmarkeanteil kann man nicht definieren, da letzlich die Kunden durch ihr Kaufverhalten darüber entsheiden. Am Ende des Tages geht es um den Mehrwert für den Verbraucher und dieser hängt stark von den sich wandelnden Verbraucherbedürfnissen ab.

Sind deutsche Konsumenten Ihrer Erfahrung nach anders als andere europäische Verbraucher? Wie steht es z.B. mit der Treue zu ihrem Händler oder der Preissensibilität?

Ich denke, dass sich die Verbraucher nicht nur von Land zu Land, sondern auch innerhalb der Länder in den Regionen in ihrem Einkaufsverhalten unterscheiden. Wenn Sie einmal an den Absatz von Weißbier denken, dann kann sich jeder leicht ausmalen, dass es hier ein deutliches Süd-Nord-Gefälle gibt. Daneben müssen wir aber auch die unterschiedliche Dichte an Einkaufsstätten bei der Beantwortung dieser Frage berücksichtigen. Eine hohe Verdichtung von Einkaufsstätten hat Einfluss auf die Wettbewerbsintensität, und diese wird sich auch auf die Treue der Kunden zu Händlern auswirken.

Unsere Zahlen zeigen: Handelsmarken haben in einigen Produktsegmenten die Nase vorn. Was waren und sind Ihrer Meinung nach die Erfolgsrezepte dafür?

Die erfolgreichen Handelsmarken können den Verbrauchern einen Mehrwert vermitteln. Sei es entweder eine überlegene Preiswahrnehmung wie bei “Clever” oder “ja!” oder die überlegene Qualitätswahrnehmung wie bei “ja!natürlich” oder “Feine Welt”.

Seit einiger Zeit führt REWE eine Gourmetmarke namens „REWE Feine Welt“. Welche Intention steckt hinter dem Angebot, das sich ja sehr deutlich von den normalerweise häufiger zu findenden Preiseinstiegsangeboten der Händler abhebt?

Mit der REWE Genussmarke “Feine Welt” kann dem Verbraucher auf der einen Seite der hohe Qualitätsanspruch der REWE vermittelt werden und zum anderen die Auswahl gesteigert. Mit der REWE Feinen Welt rundetREWE sein Eigenmarkenportfolio nach oben konsequent ab. “Feine Welt” umfasst nicht die üblichen Geschmacksvarianten abverkaufsstarker Produkte. Dem Verbraucher werden neue Geschmacksvarianten angeboten.

Verraten Sie uns noch Ihr persönliches Lieblingsprodukt (oder das Ihrer Familie) aus der „Feinen Welt“ von REWE?

Das ist eine Fangfrage und ich versuche diese Frage ausgewogen zu beantworten. Auf der einen Seite finde ich den Lava Orangensaft außergewöhnlich gut. Dieser 100 % Direktsaft ist aus Blutorangen, die auf der Vulkaninsel Sizilien am Fuße des Ätna wachsen und von der Sonne verwöhnt werden. Und daher aus gutem Grund intensiv aromatisch. Neben diesem „gesunden“ Produkt mag ich ganz besonders auch ein eher „sündigeres“ Produkt: „Kolumbiens Gold“. Diese Vollmilchschokolade besteht aus 52 % kolumbianischer Trinitario- und Nacional Kakao aus den Anden vereint mit Kaffeebohnen aus exquisitem Anbau – eine anregende Paarung. Alles in allem dann ein gesunder Genuss, den man probiert haben muss.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

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