Vodafone Deutschland / Immer besser vernetzt

Dezember 2012

Herr Spangenberg, Deutschland liegt, was die mobile Internetnutzung betrifft, im Europavergleich im Mittelfeld. Wie lässt sich das Marktpotenzial Ihrer Ansicht nach hierzulande noch stärker ausschöpfen?

Das ist im Grunde ganz einfach: Es wird bald nur noch Smartphones auf dem Markt geben. Schon jetzt werden kaum noch Handys verkauft, die nicht ständig mit dem Internet verbunden sind. Smartphones dominieren den Markt. Und sie sind auch ohne Interneterfahrung sehr einfach zu bedienen. Die Welt des mobilen Internets ist nicht mehr vergleichbar mit der stationären Internetwelt. Sie ist viel flexibler und einfacher. D.h. zum Beispiel, dass Sie das Gerät einfach nur einschalten und gleich persönlich wichtige Informationen, wie etwa das Wetter in ihrem Ort oder den Eingang neuer Emails auf Ihrem Bildschirm angezeigt bekommen, ohne vorher aktiv eine Website aufrufen zu müssen.

Ältere können mit dem mobilen Internet vergleichsweise weniger anfangen als junge Menschen. Durch den demografischen Wandel wird diese Gruppe künftig aber immer wichtiger. Hat Vodafone diesbezüglich Pläne oder besondere Strategien?

Wir sind eine eher jung ausgerichtete Marke. Aber wir unterstützen auch immer mehr ältere Menschen, die mit einer großen Offenheit und Neugier den neuen Möglichkeiten des mobilen Internets gegenüberstehen. Der Anteil der Nutzer ist zwar noch geringer als bei jungen Menschen, aber sie holen auf. Ich kenne persönlich ein Beispiel, in dem Frauen zwischen 60 und 80 Jahren, Mitglieder eines Kirchenchors, mittlerweile alle „What’s App“ zur Kommunikation nutzen. Wenn der persönliche Nutzen des mobilen Internets erlebt wird, funktioniert die Verbreitung in allen Altersgruppen. Doch dieses Erleben muss vor allem im persönlichen Umfeld der Menschen stattfinden, am besten über Freunde und Bekannte.

Welche Rolle spielt eigentlich die Marke beim Thema Mobilkommunikation? Ist ein bestimmter Markenname für die deutschen Verbraucher Kaufanreiz? Oder gehen sie vor allen Dingen preisorientiert vor?

Das hängt vom Kundentypus ab. Die einen legen besonderen Wert auf den Preis, andere wollen vor allem Qualität. Einige beschäftigen sich gerne mit neuen Marken, die noch nicht so stark verankert sind, für andere ist es wichtig eine große Marke zu nutzen, weil sie ihnen Sicherheit bietet. Mit großen Marken werden zum Beispiel Netzqualität, Beratung vor Ort oder eine gute Service-Hotline verbunden. Aber auch die Datensicherheit ist in diesem Zusammenhang ein Thema. Wir jedenfalls bieten eine differenzierte Palette für die verschiedenen Kundengruppen, sowohl für diejenigen, die einen hohen Komfortanspruch haben und Zusatzleistungen wünschen, als auch für Einsteiger oder Preisbewusste.

Offenbar nutzen die Deutschen das mobile Internet besonders gerne zum Shoppen oder für Auktionen. In welchen Situationen ist für Sie persönlich das Smartphone unentbehrlich?

Natürlich ist es für mich immer noch für unentbehrlich für die Telefonie. Doch auch ansonsten ist das Smartphone für mich vollständig unentbehrlich geworden. Ein kleines Beispiel: Ich flog neulich mit meiner Frau nach Zürich. Wir hatten vorher lediglich ein Hotel gebucht aber weder einen Stadtplan noch sonst eine Informationen über die Stadt. Vor Ort organisierten wir dann alles über das Smartphone: Den Weg vom Flughafen zum Hotel über die mobile Navigation, das Restaurant am Abend über eine Community App, die Gaststätten bewertet, sogar ein spontanes Ausflugsziel in den Bergen mit Zugverbindung dorthin für den nächsten Tag und einem mobilen Ticket, das auf mein Handy geschickt wurde. So etwas wäre früher doch nicht möglich gewesen. Das ist doch ein großer praktischer Mehrwert.

Vor allem Menschen die häufig mobil online sind, tun sich schwer damit, ihr Smartphone auch einmal auszuschalten. Wie sieht das bei Ihnen selbst aus – drücken Sie regelmäßig den Aus-Knopf?

Ich würde diese Frage anders formulieren, da es heutzutage kaum noch technische Geräte gibt, bei denen man tatsächlich den Aus-Knopf drückt. Viele werden ja nur auf „Standby“ gestellt. Auch ich bin kein „Abschalter“. Da sich Berufs- und Privatleben heutzutage immer mehr vermischen braucht man auch Momente, in denen man nicht erreichbar ist. Und dafür ist eine persönliche Strategie nötig. Meine Strategie ist es, das Handy stumm zu schalten, auf die Seite zu legen und nicht mehr drauf zu sehen. Doch wichtig ist dabei: Man muss das auch aushalten können.

Herzlichen Dank für das Gespräch!