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Virtuelle Car Clinics

Im Projekt „Virtual Car Clinics“ untersucht der GfK Verein Einsatzmöglichkeiten von Virtueller Realität (VR) im Kontext der Automobilindustrie. Typischerweise werden im Rahmen des Produktentwicklungsprozesses von Automobilherstellern sogenannte Car Clinics durchgeführt, bei denen erste Prototypen neben entsprechenden Wettbewerbsfahrzeugen präsentiert und getestet werden. Der logistische Aufwand ist dabei sowohl sehr zeit- als auch kostenintensiv: Streng geheime Modelle müssen produziert und in die für die Untersuchung relevanten Länder transportiert werden. Zudem ist die Anmietung von Wettbewerbsfahrzeugen und Hallen  notwendig, die dann noch entsprechend ausgestattet werden muss, z.B. mit professioneller Beleuchtung und Messebau.

Und alles muss den sehr hohen Sicherheitsanforderungen der Hersteller entsprechen, um die ausgestellten Prototypen zu schützen.

Durch den Einsatz von VR-Technologien ließe sich dieser Aufwand stark  reduzieren: Car Clinics könnten gleichzeitig in verschiedenen Ländern stattfinden, mit weitaus geringeren Raumanforderungen und reduziertem Setup. Und Hersteller könnten frühzeitig Feedback über Designvarianten erhalten, noch bevor ein realer Prototyp überhaupt  aufgebaut wird. Hinzu kommen erweiterte Möglichkeiten,  beispielweise verschiedene Farben, Felgen, Ausstattungsvarianten / Sonderausstattungen oder Funktionen zu zeigen. Die Car Clinics würden also kostengünstiger und deutlich flexibler sein, wodurch die Ergebnisse schneller verfügbar wären.

Aber ist das Verfahren tatsächlich schon reif für die Praxis oder noch Zukunftsmusik? Wie ist es aktuell um die technischen Möglichkeiten bestellt? Und wie kommen die Probanden mit den virtuellen Verfahren zurecht? Welche weiteren Herausforderungen gibt es? Klar ist, dass die Umsetzbarkeit vor allem von der Bereitschaft der Automobilhersteller abhängt, die CAD-Daten ihrer Fahrzeuge zur Verfügung zu stellen. Hinzu kommt, dass das Rendern von 3D-Modellen derzeit noch relativ kostenintensiv ist.

Gemeinsam mit dem Automotive Research Team der GfK SE möchte der GfK Verein nun herausfinden, ob in der Testsituation die virtuelle Darstellung von Automodellen als Alternative zu realen Fahrzeugen vergleichbare Ergebnisse liefert. Aus der geplanten Pilotstudie sollen zudem Konsumentenbedürfnisse abgeleitet werden, die Akzeptanz der Technologie in der Bevölkerung erfasst sowie der Ablenkungsgrad verschiedener VR-Technologien ermittelt werden.

Kooperationspartner:
Jörg Leißner, GfK SE

Das nachfolgende Video zeigt einige Impressionen von der Virtual Car Clinic: